Kooperationsvereinbarung

Kooperationsvereinbarung des Förderzentrumsteils der Inselschule Fehmarn mit den Grundschulen Burg und Landkirchen

Die Lehrkräfte des Förderzentrumsteils der Inselschule Fehmarn (im Folgenden FöZ-Lehrkräfte) unterstützen Schülerinnen und Schüler in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, autistisches Verhalten sowie emotional-soziale Entwicklung in integrativen Maßnahmen an den Grundschulen der Insel Fehmarn. Darüber hinaus beraten und unterstützen sie Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler präventiv.
Die Ziele, die Inhalte und die Organisation des gemeinsamen Unterrichts orientieren sich an den Stärken, Schwächen und Bedürfnissen der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, wie diese in dem jeweiligen sonderpädagogischen Förderplan ausgewiesen sind.
Neben den unterrichtlichen Fachinhalten umfasst die Förderung auch Ziele in den Bereichen Sprache und Denken, Wahrnehmung und Bewegung sowie personale und soziale Identität.

 
1. Integration/Inklusion

a) Allgemeines

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind Schüler der besuchten Schule. Der Schwerpunkt der Arbeit der FöZ-Lehrkräfte liegt auf der Unterrichtung, Förderung, Betreuung und Beratung dieser Schülerinnen und Schüler.
Die Lehrkräfte der Regelschule und die FöZ-Lehrkräfte nehmen die Unterstützung und Förderung der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf als gemeinsame Aufgabe wahr.
Ein mitentscheidender Faktor dabei ist die rechtzeitige beiderseitige Information aller beteiligten Lehrkräfte und der Schulleitungen bei Änderung von Absprachen, Terminen, Stundenplänen oder Vorhaben.
Der Beschulungsort hängt von der Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den einzelnen Jahrgängen ab und wird aus Gründen der sinnvollen Bündelung an der Schule eingerichtet, an der die Mehrzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Schüler sind.

b) Unterricht

Die Lehrkräfte der Regelschule und die FöZ-Lehrkräfte arbeiten im gemeinsam erteilten Unterricht bevorzugt in den Langfächern als gleichberechtigte Partner im Team zusammen. Unterrichtsphasen, die das gemeinsame Unterrichten ermöglichen, sollen dabei bevorzugt eingeplant werden. So ist der gemeinsame Beginn und das gemeinsame Beenden der Stunde ein auch für alle Schüler sichtbarer Aspekt der Zusammenarbeit.
Bei der Planung von Unterricht sollen besonders individualisierende Unterrichtsformen, die den Bedürfnissen von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf entgegenkommen, Berücksichtigung finden.
Die gemeinsame Grobplanung des Unterrichts kann je nach Bedarf persönlich, per Mail oder telefonisch geschehen.
Die FöZ-Lehrkraft ist zuständig für die Bereitstellung von Unterrichtsmaterial und die Planung der gemeinsam erteilten Stunden für die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Voraussetzung dafür ist die weitgehend gemeinsame und rechtzeitige Planung und Absprache der jeweiligen Unterrichtsthemen. Diese Regelung muss unter Berücksichtigung des Faches, des Lerninhaltes und der Stundenverpflichtung der FöZ-Lehrkraft realisierbar sein.
Klassenarbeiten für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf erstellt und bewertet die FöZ-Lehrkraft für die Fächer, die doppelt besetzt sind. Soll dies auch für nicht doppelt besetzte Stunden geschehen, muss die Klassenarbeit für Schülerinnen und Schüler, die nach Grundschullehrplan unterrichtet werden, spätestens drei Tage, gerne auch früher, vor den Klassenarbeitstermin mit Lösungen vorliegen.
Der Unterricht findet in der Regel gemeinsam in einem Klassenraum statt. Unterricht in einer Kleingruppe sollte nur bei besonderen Situationen (z.B. Inputphase, konzentrierte Übungsphase, Klassenarbeit mit individueller Hilfestellung) genutzt werden. Dabei soll nach Möglichkeit ein fester Gruppenraum zur Verfügung stehen. Im Klassenraum oder im Gruppenraum wird die Möglichkeit gegeben, Material zur Differenzierung zu lagern und unterschiedliche Organisationsformen wie Sitzgruppen oder Gruppentische auch kurzfristig einzurichten.
Die FöZ-Lehrkraft erstellt die Förderpläne in Absprache mit der Klassenlehrkraft. Beide Lehrkräfte unterschreiben den Förderplan. Das Förderplangespräch wird von der FöZ-Lehrkraft koordiniert und geführt, die Teilnahme der Klassenlehrkraft ist wünschenswert.

c) Organisation

Anschaffungen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden über den Etat der besuchten Schule getätigt und verbleiben im Eigentum der Grundschule.
Die FöZ-Lehrkraft erhält alle notwendigen Schlüssel, ein Fach im Lehrerzimmer der Regelschule und einen Stuhl im Klassenraum der I-Maßnahme.
Bei kurzfristigen Krankmeldungen der Partnerlehrkraft der Regelschule kann die FöZ-Lehrkraft nach Absprache an diesem Tag in den doppelt besetzten Stunden den Unterricht für die gesamte Klasse übernehmen. Dies setzt voraus, dass die Unterrichtsthemen und –inhalte vorher gemeinsam zwischen den Lehrkräften abgesprochen wurden. Die Rechte der jeweiligen Personalräte bleiben dabei gewahrt.
Bei längerfristigen Ausfällen der FöZ-Lehrkraft sorgt das Förderzentrum nach Möglichkeit für Ersatz.
Regelmäßige Aufsichten werden durch FöZ-Lehrkräfte an den Regelschulen nicht erteilt.
Die FöZ-Lehrkräfte initialisieren, erweitern und/oder vertiefen die Kooperation zwischen den unterschiedlichen an der Förderung des Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf beteiligten Institutionen und Personen.
In den Zeugniskonferenzen der Klassen, in denen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden, ist die zuständige FöZ-Lehrkraft stimmberechtigtes Mitglied.
Die FöZ-Lehrkraft erstellt die Zeugnisse für die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Absprache mit der Klassenlehrkraft. Beide Lehrkräfte unterschreiben das Zeugnis. Im gemeinsamen Unterricht in der Grundschule hat das Zeugnis der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen die Form eines Berichtes. Die Bemerkungen für die Fächer, die nicht gemeinsam unterrichtet werden, werden der FöZ-Lehrkraft rechtzeitig nach Absprache (i. d. R. eine Woche) vor der Konferenz durch die das Fach unterrichtende Regelschullehrkraft zur Verfügung gestellt.
Bei allen Konferenzen, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf betreffen, ist die Teilnahme der FöZ-Lehrkraft verpflichtend. Sie wird ebenso wie die weiteren Konferenzmitglieder fristgerecht eingeladen.
An Jahrgangs-, Team- oder Fachkonferenzen kann die FöZ-LK nach Absprache teilnehmen.

 
2. Prävention

a) Allgemeines

Der Schwerpunkt der Arbeit der FöZ-Lehrkräfte in der Prävention liegt zum einen in der gemeinsamen Besprechung mit der Regelschullehrkraft, z.B. mit den Inhalten Unterrichtsmaterial, Phasen des Unterrichts und Differenzierung der Unterrichtsinhalte für Kinder, bei denen schulische Schwierigkeiten auftreten und (noch) kein sonderpädagogischer Förderbedarf festgeschrieben wurde sowie zum anderen in der Unterstützung dieser Kinder im Unterricht. Ziel dabei ist das Vermeiden des sonderpädagogischen Förderbedarfs.

b) Unterricht

Während der ausgewiesenen und im Stundenplan eingetragenen Präventionsstunden arbeitet die FöZ-Lehrkraft mit den Kindern im Unterricht, bei denen Präventionsbedarf besteht. Dabei können unterschiedliche Formen gewählt werden wie z.B. individuelle Unterstützung, Übernahme von Unterrichtsphasen, Beobachtungsaufgaben u.Ä.
Die FöZ-Lehrkräfte bieten den Lehrkräften der Regelschule Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Unterricht, bei der Erstellung von Lernplänen und Nachteilsausgleichen, der Planung und Durchführung von Elterngesprächen und bei Fragen der schulischen Erziehungshilfe.

c) Organisation

Die Verteilung der Präventionsstunden in der Eingangsstufe der Grundschule erfolgt in Absprache zwischen den Schulleitungen der Grundschule und des Förderzentrumsteils der Inselschule.